Wir sind Kunst

Der derzeitige "Kulturstopp" schreit nach einer Neuauslegung des Kunstbegriffs. Was ist Kunst überhaupt? Wie können wir die Kunst und damit uns selbst jetzt auf eine neue Ebene heben, damit wir zukünftig weiter durch sie belebt, erweitert und beseelt werden? von Antonia Witt

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Die Zeiten sind ernst und fordern uns in innere Disziplin und Verantwortungsbewusstsein schwer heraus. Früher schien alles einfacher, lebenswerter - zu Zeiten noch „vor Corona“. Als das Wochenende mit einem Theaterbesuch, einer Kabarettvorstellung oder anderweitigem kulturellen Vergnügen bei einem anschließend warmen Glas gemeinsam mit Freunden eingeläutet wurde.


Es wurde gelacht, sich prächtig amüsiert und zugleich haben wir uns alle gut unterhalten. Doch haben wir uns auch in einen Dialog miteinander, mit der Umwelt und allen voran mit uns selbst begeben? Oder saßen wir einfach nur vergnügt herum, betrunken vom künstlich leuchtenden Flimmern einer uns doch im Grunde nichts sagenden Welt. Wo war die innere Stimme, die schreit: „Es ist genug!“? Sicher haben wir sie gehört, aber allzu leicht ignoriert, übertönt uns selbst, uns gegenseitig geblendet im Rausch der Zeit.


Darstellende und bildende Kunst, Literatur und Musik - wir alle haben uns in die nächtlichen Geschichten verliebt. Und bitter schlägt uns jetzt die Peitsche mitten ins Gesicht: Fällt die Kunst denn überhaupt noch ins Gewicht?


Was ist denn Kunst?


Um neue Töne anzuschlagen, müssen wir unser eigens Selbst tief befragen: Wie machen wir weiter? Auf welche Weise wolle wir als KünstlerInnen gemeinsam die Welt bereichern? Das einzige Potential, was wir haben, sind wir SELBST. Die unerschöpfliche Kraft, die durch jeden einzelnen von uns fließt. Es fehlt nur noch Wasser, damit die Saat richtig sprießt.


Wir brauchen DenkerInnen, geistige SeiltänzerInnen, die das Feuerbeil neu schwingen. Wir brauchen MacherInnen, die mit ihren kräftigen und klugen Händen, liebevoll gestalten unsere Wende. Lernen wir uns selbst kennen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Kunst eigentlich ist.


Es ist immer einfacher, zu schimpfen, zu klagen, zu jammern und zu schreien. Doch hinter all der Trauer und der Wut steckt ein Aufruf zu mehr Mut, uns selbst zu befreien und dabei eins zu sein. Botticelli, van Gogh, Goethe, Schiller, Rembrandt und Bach – ach! Verehrte Meister der vergangenen Kunst, wenn es doch nur etwas leichter wäre. Jetzt stehen wir alle vor der leeren Leinwand, unfähig mit uns selbst den nächsten Schritt zu tun.


Wie kann es gelingen?


Kunst ist zeitlos, schön und inspirierend. Kunst erhebt, erweitert, belebt und verbindet. Kunst besteht, entsteht und bringt hervor. Wir sind die GestalterInnen dieser neuen Kunstform. Etwas, nach dem wir uns schmerzlichste sehnen. Gedanken- und Gefühlsimpulse, mit denen wir unsere Seele weit dehnen.


Wir. Sind die GestalterInnen und in uns lebt die Kreativität.


Unterstützen wir uns, damit wir neue Wege finden, gemeinsam kreativ zu sein. Schlagen wir eine neue Seite auf, spüren unseren Herzschlag, die pulsierende Kraft des Lebens, unsere Willenskraft und legen wir los.


Wir sind KünstlerInnen.

Initiative „Keime für die Zukunft“

V.i.S.d.P. Christian Schwartz
und
Axel Stirn

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