Von Wurzeln und Wegbereitern - Kindergarten Wittlich

25 Jahre Waldorfkindergarten Brüder Grimm in Wittlich. Ein Dankesbericht. Von Christina Bures und Judith Dausend. Der Artikel erschien im Keime-Heft 1/20, S. 8 und 9

Foto: Oscar Echegaray


„Der gute Geist ist in diesen Räumen spürbar, wenn man hereinkommt.“ So würdigte unser Stadtbürgermeister Joachim Rodenkirch bei der Jubiläumsfeier unsere Arbeit und unseren Waldorfkindergarten. Das rührte und berührte uns gleichermaßen. Er nannte ihn „eine Bereicherung für die Vielfalt im Betreuungsangebot für die Kinder und Familien zwischen Eifel und Mosel“.


Den guten Geist fühlen auch wir jeden Tag im Zusammensein mit unseren Kindern. Er umgibt uns beim Leben und Erleben, Forschen und Entdecken, Handwerken und Handarbeiten, Schaffen und Erschaffen, beim Bauen und einfach beim Sein in unserem Garten oder im Wald.


25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, durften wir nun feiern. Dankbar und voller Freude blickten wir am 23. November 2019 auf die vergangenen Jahre zurück – gemeinsam mit unseren Kindern, Familien und Gästen, während einer Feierstunde am Adventsbasars. Wir erinnerten an die Zeit des Entstehens und Wachsens unseres Waldorfkindergartens, und blickten anschließend nach vorne.


Sigrid Beek, die Leiterin unseres Waldorfkindergartens, eröffnete das Fest, begrüßte alle Anwesenden herzlich und richtete Worte des Dankes an Team, Vorstand, Elternbeirat und die mithelfenden Eltern.  Katharina Klühspies ist bereits seit zehn Jahren bei uns und sprach über ihre Erfahrungen im Laufe der Zeit und die wesentlichen und bedeutsamen Erzieheraufgaben: Selbsterziehung, den Kindern Vorbild sein und ihnen immer wieder einen achtsamen Raum für ihre individuelle Entwicklung schaffen.


Miriam Müller richtete im Namen des Vorstands Dankesworte an die Gründungsmitglieder für die Entschlossenheit und das Engagement. Sie dankte den Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen für die liebevolle und bedürfnisorientierte Begleitung der Kinder und bedachte auch die Eltern mit großem Dank für ihre Unterstützung. 


Hildegard Müller und Klaus Weber Kadner ließen die Gäste in die Zeit der Gründung zurückreisen und erzählten von all den vielen, arbeitsreichen und emotionalen Monaten von Vereinsmitgliedern und Freunden, die durchlebt wurden, bis das herbeigesehnte Ereignis der Betriebserlaubnis mit großer Freude gefeiert werden konnte. Es ist bis heute ein beeindruckender Weg. 


Foto: Oscar Echegaray


Bis zu 25 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren haben heute bei uns Platz. Sie werden von fünf ausgebildeten Erzieherinnen bzw. Waldorfkindergärtnerinnen und einer bzw. zwei Praktikantinnen betreut und begleitet. Bis hierhin sind wir mit Mut und Einsatz gegangen und haben einen Ort geschaffen, an dem Interesse für die Welt, Engagement für Umwelt und Gesellschaft, Selbstvertrauen und Beherztheit für die Zukunft keimen dürfen.


Indem wir die jungen Menschen verstehen (lernen), ihre besonderen und individuellen Bedürfnisse berücksichtigen und eine gute, vertrauensvolle Beziehung zu ihnen pflegen, wollen wir die Werte dieser Keime, wie alle Waldorf- und Steiner-Einrichtungen, unseren Kindern mit auf den Lebensweg geben. 


Nach zwei Umzügen im Laufe der Zeit, sind wir in unserem jetzigen wundervollen „Zuhause“ angekommen. Alle fühlen sich sehr wohl. Wir erfreuen uns an der Zusammenarbeit und den wundervollen Produkten des Demeter Hofs Breit, der uns wunderbar versorgt.


Als einer von 2.000 Waldorfkindergärten in rund 80 Ländern auf der Welt spüren auch wir, dass unser Waldorfkindergarten und generell die Waldorfpädagogik immer mehr Menschen erreicht und berührt. Dabei möchten wir jeden mitnehmen, der sich dafür öffnen kann.


Nachdem wir dankbar zurückgeschaut hatten, blickten wir nach vorne. Denn das Kommende mit einzubeziehen, ist in der Begegnung mit unseren Kindern tägliche Aufgabe und für Eltern und Erzieher oft eine Herausforderung: Wir sind da, um jedes Kind auf seinem Weg liebevoll und einfühlsam zu begleiten. Wir wollen immer genau hinsehen und ganz besonders bei der Frage aufmerksam hinhorchen: „Was will aus dir werden?“. 


Für unser aller Zukunft wünschen wir uns stets neue und gesunde, weiterwachsende Keime, die mithelfen, die Welt und uns Menschen noch besser zu verstehen und besser zu gestalten. Wir arbeiten mit daran, umzudenken, die Bedeutung von Nachhaltigkeit zu entdecken und diese für eine gute Zukunft zu leben.


Wir freuen uns, dass es die Keime in neuer Form gibt und lassen gerne wieder etwas von uns aus Wittlich hören.


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Christina und Judith Judith staunt, schafft und lacht mit den Kindern seit über sieben Jahren jeden Tag beim Mittagessen, Vorlesen der rhythmischen Geschichten und der Pflege der Kleinsten. Christina freut sich, dass Sohn Jacob und Tochter Margarete jeden Tag an diesem geistreichen Ort Wunder erleben dürfen.

Mehr Infos und Kontakt unter https://www.waldorfkindergarten-wittlich.de/

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